Jeder Mensch mit Behinderung wird
nach seinen Fähigkeiten qualifiziert

Die LAG WfbM Baden-Württemberg

 

Bildungsoffensive

Auf der Mitgliederversammlung am 11.10.2012 wurde der Beschluss zur Bildungsoffensive gefasst.
Bei der Verwirklichung des Rechts auf Bildung geht es darum, ein grundsätzlich für alle zugängliches inklusives und allgemeines Bildungssystem mit anspruchsvollen Bildungszielen und bedarfsgerechter Unterstützung umzusetzen.

Leitkriterien der Bildungsoffensive:

Die Leitkriterien der Bildungsoffensive sind Anschlussfähigkeit und Durchlässigkeit. In der beruflichen Bildung von Menschen mit Behinderung gilt es Voraussetzungen zu schaffen, dass die berufliche Bildung in den WfbM transparent und vergleichbar wird sowie anrechenbar im Sinne des deutschen Qualifizierungsrahmens (DQR).

Ziele der Bildungsoffensive:

  • Das Angebot der beruflichen Bildung in der WfbM wird so normal wie möglich gestaltet. Teilnehmer des BBB und Beschäftigte des Arbeitsbereich in einer WfbM haben Zugang zu einer standardisierten beruflichen Ausbildung.
  • Die für die verschiedenen Qualifizierungsbereiche der Werkstatt hinterlegten Rahmenpläne orientieren sich an den Vollausbildungen nach BBiG.
  • Die Bildungsrahmenpläne bilden Inhalte, Fertigkeiten und Kenntnisse ab, die Menschen mit Behinderung erwerben können.
  • Im Rahmen der binnendifferenzierten beruflichen  Bildung werden tätigkeits-, arbeitsplatz-, berufsfeld- und berufsbildorientierte Qualifizierungsstufen beschrieben.
  • Die Lerninhalte werden in einzelne Qualifizierungseinheiten / Qualifizierungsmodule gegliedert.
  • Menschen mit Behinderung erhalten praxisnahe passgenaue berufliche Bildung. Jede Person wird nach ihren Fähigkeiten und mit den adäquaten Lernmethoden qualifiziert.

Netzwerk "Chancen durch Vielfalt - Berufliche Bildung ohne Barrieren in Baden-Württemberg"

 

Die Anerkennung beruflicher Kompetenzen erhöht die Chancen von Arbeitnehmer/innen auf eine nachhaltige, stabile und langfristige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Menschen mit Beeinträchtigung bzw. Unterstützungsbedarf haben jedoch häufig keine Möglichkeiten, ihre Kompetenzen anerkennen zu lassen. Besonders Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen verlassen die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) ohne qualifizierenden Schulabschluss. Der Weg in die duale oder theoriereduzierte Berufsausbildung ist für sie deshalb schwer zugänglich. In den vergangenen zehn Jahren haben sich zwar vielversprechende Modelle entwickelt, die diesem Personenkreis eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen (z.B. die flächendeckende Etablierung BVE/KoBV, die Verankerung der Unterstützten Beschäftigung im SGB IX), jedoch ist ihnen eine Chance auf eine Anerkennung beruflicher Kompetenzen nur selten gegeben.

Der individuelle Bildungsbedarf sowie die Anerkennung von Kompetenzen von Menschen mit Beeinträchtigungen können durch Qualifizierungsbausteine nach § 69 Berufsbildungsgesetz (BBiG) i.V.m. Berufsausbildungsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung (BAVBVO) abgedeckt werden. Diese wiederum sind angelehnt an die zugrunde liegenden Ausbildungsrahmenpläne der entsprechenden Berufe.

Das Netzwerk "Chancen durch Vielfalt - Berufliche Bildung ohne Barrieren in Baden-Württemberg"

Akteure des Netzwerkes sind Bildungsträger, die bereits Qualifizierungsbausteine anbieten oder in Zukunft anbieten möchten. Zudem sind Berufsverbände, die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM) Baden-Württemberg sowie die zuständigen Stellen (insbesondere Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und weitere Organisationen mit Interesse an einer inklusionsförderlichen beruflichen Bildung (wie z.B. Rehabilitationsträger) sind aufgerufen, sich im Netzwerk zu beteiligen.

Zielsetzungen des Netzwerkes und seiner Akteure ist der Einsatz für folgende Aspekte und deren Weiterentwicklung:

  1. Stärkung der inklusionsförderlichen beruflichen Bildung auch in Bezug auf das Recht und die Umsetzung von (berufs-)lebenslangem Lernen

  2. Anerkennung von Kompetenzen, im Speziellen von Menschen mit Beeinträchtigungen bzw. mit Unterstützungsbedarf (z.B. durch Zertifikate zu den Qualifizierungsbausteinen der zuständigen Stellen)

  3. Absicherung und Weiterentwicklung der Finanzierung der individuellen Umsetzung von Qualifizierungsbausteinen möglichst innerhalb der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten

  4.  Landesweite Standardisierung der Qualifizierungsbausteine auf Grundlage des Leitfadens von "Chancen durch Vielfalt". Hierzu zählt eine flächendeckende einheitliche Anerkennung und Vorgehensweise bei Qualifizierungsbausteinen durch die zuständigen Stellen.

Das zu etablierende Netzwerk strebt deshalb eine landesweite Bekanntmachung sowie Unterstützung bei der arbeitsfeldübergreifenden un arbeitsfeldspezifischen Umsetzung von Qualifizierungsbausteinen an.

Die Plattform überaus
Damit das Netzwerk einen Ort des Austausches hat, wurde eine Gruppe "Chancen durch Vielfalt" auf der Plattform von überaus ins Leben gerufen. Die Plattform bietet u.a. regelmäßige Informationen, Netzwerkarbeit (Termine, Protokolle etc.), Austausch mit anderen Bildungsanbietern (Forum), Austausch an Materialien (Dateiablage).

Die Anmeldung erfolgt über www.überaus.de

Berufliche Bildung breit denken:
Auch wenn der Fokus zunächst auf der Verbreitung und Weiterentwicklung von Qualifizierungsbausteinen liegt, ist es wichtig, weitere Modelle der beruflichen Qualifizierung nicht aus dem Blick zu verlieren. Dies betrifft vor allem Modelle der Teilqualifizierung. Die Bedeutung von Qualifizierungsbausteinen und Teilqualizierungen wird in den nächsten Jahren zunehmen. Besonders für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen können diese Wege berufliche Qualifizierung, eine sichtbare Anerkennung der beruflcihen Kompetenzen und eine mögliche Brücke zu bereits bestehenden Bidlungs- und v.a. Ausbildungsangeboten darstellen. Hierbei bewegen sich Qualifizierungsbausteine und Teilqualifizierung auf unterschiedlichen Niveaustufen. Als Oreintierung dient die Differenzierung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für Menschen mit Behinderung, welche die Bildungsrahmenpläne der einzelnen Ausbildungsberufe in vier Niveaustufen unterteilt. Dies ist wichtig, um auch die Vielfalt der Bildungsniveaus der Zielgruppe abzubilden.

BAG WfbM Musterbildungsrahmenpläne

Aktuelle Bildungsrahmenplänte finden Sie bei der BAG WfbM unter folgendem Link:

Bildungsrahmenpläne

Hier können Sie den Downloadbereich anwählen. Sie benötigen hierzu Ihr BAG-Mitglieder-Login.

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